Generationswechsel ist beides, Übergabe der Unternehmensführung und Übertragung des Eigentums am Familienunternehmen

Beim Generationswechsel geht es für einen Familienunternehmer[1] um die Bewahrung und Fortführung seines Lebenswerks, wenn er aus Alters-, Gesundheits- oder anderen Gründen nach einem Nachfolger sucht, insbesondere wenn er noch der Gründer ist und der Betrieb der Mittelpunkt seines Lebens war. Nach Jahrzehnten unternehmerischer Tätigkeit geht es aber auch um die finanzielle Sicherung seines Ruhestands.

Für übernahmewillige Nachkommen geht es dagegen einerseits um die Übernahme und die Fortführung eines wirtschaftlich gesunden Unternehmens, dessen Gewinne ihnen und ihren Familien ein gutes Leben sichern sollen, andererseits um die Aufgabe als selbständiger Unternehmer, um eigene unternehmerische Strategien umsetzen, das Familienvermögen  erhalten, kurz: etwas nach eigenen Vorstellungen bewirken zu können.

In der Regel wird den heutzutage meistens sehr gut ausgebildeten Nachkommen zunächst die Unternehmensführung übergeben, erst später – entweder noch zu Lebzeiten oder im Erbfall – das Eigentum übertragen. Möchten Sie mehr darüber wissen?

Das Charakteristische der Familienunternehmen sind also nicht quantitative Merkmale wie beispielsweise die Größe des Unternehmens, gemessen an den Jahresumsätzen und der Anzahl der Mitarbeiter, die statistisch durch Umsatz- oder Lohnsteuerstatistiken erfasst werden können, , sondern zwei statistisch nicht erfassbare qualitative Merkmale:

  • Familienunternehmen sind ganz oder mehrheitlich im Eigentum ihrer Familien,
  • Familienunternehmen werden durch ihre Eigentümer selbst geführt oder kontrolliert.

Zum Generationswechsel gehören also zwei Schritte, die im Rahmen der Nachfolge geregelt werden müssen: Einerseits Übergabe der Unternehmensführung vom Vorgänger an den oder die Nachfolger und andererseits – entweder noch zu Lebzeiten oder im Rahmen der Erbfolge – die juristisch verbindlichen Übertragung der Geschäftsanteile auf die nächste Generation, also die Übertragung des Eigentums am Unternehmen auf die Nachfolger und deren Familien.

Typisch für Familienunternehmen ist also die Einheit von Unternehmensführung und Eigentum in einer Hand, beides Kriterien, die statistisch nicht erfassbar sind. Das ist der Grund, weshalb der wahre Anteil der Familienunternehmen an allen über 3.600.000 2012 im deutschen Unternehmensregister erfassten Unternehmen nur geschätzt werden kann.

Über den Autor

Dr. Herbert Wettig - NachfolgeberaterDr. Herbert Wettig
Nachfolgeberater für Familienunternehmen,
Wirtschaftspsychologe und Wirtschaftsmediator für Gesellschafter- und Familienkonflikte
Webseite: www.unternehmensnachfolge-in-familienunternehmen.de

 


[1] Wegen der besseren Lesbarkeit und Verständlichkeit werden hier geschlechterspezifische Begriffe nur ausnahmsweise verwendet. Mit der männlichen Form der Begriffe, beispielsweise Familienunternehmer oder Nachfolger, ist immer auch die weibliche Form Familienunternehmerin oder Nachfolgerin mitgemeint. Entsprechend wird auf die weibliche Form verzichtet, sofern nichts anderes angegeben ist.

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