Qualifikation der Nachfolgeberater

Ein Berater[1], der Unternehmerfamilien bei der Regelung der familieninternen Nachfolge glaubwürdig und zuverlässig beraten möchte, sollte mindestens zwei Kriterien erfüllen: Einerseits sollte er eigene unternehmerische Erfahrungen haben und andererseits das Wissen hinsichtlich einer konfliktvermeidenden und erfolgreichen Nachfolgeregelung, Denn Familienunternehmer haben am Ende ihrer unternehmerischen Tätigkeit kein solches Wissen, weil sie dann meistens zum ersten Mal vor der Aufgabe stehen, die Unternehmensführung an die nächste Generation zu übergeben und entweder zu Lebzeiten oder im Rahmen der Erbfolge ihr Unternehmern an die Nachkommen zu übertragen.

Ein Nachfolgeberater sollte nachfolgende Qualifikation haben:

  1. Erfahrung aufgrund der Regelung seiner eigenen Nachfolge

  2. Erfahrung in der Verschonung von Firmenerben vor Schenkungs-/Erbschaftssteuer

  3. Erfahrung in der Erarbeitung einer Unternehmensverfassung oder Familien-Charta

  4. Erfahrung als Mediator zur Schlichtung von Gesellschafter- und Familienkonflikten

  5. Psychologisches Gespür für innere Konflikte der Familienunternehmer,
    weshalb sie ihren Betrieb nach langer unternehmerischer Tätigkeit nicht loslassen

  6. Psychologisches Verständnis für die Erwartungen der Familienunternehmer an
    unternehmerischen Willen, Kompetenz und Führungsverhalten ihrer Nachkommen

  7. Strikte Verpflichtung zur Geheimhaltung wie Steuerberater und Rechtsanwälte

 


[1] Wegen der besseren Lesbarkeit und Verständlichkeit werden hier geschlechterspezifische Begriffe nur ausnahmsweise verwendet. Mit der männlichen Form der Begriffe, beispielsweise Familienunternehmer oder Nachfolger, ist immer auch die weibliche Form Familienunternehmerin oder Nachfolgerin mitgemeint. Entsprechend wird auf die weibliche Form verzichtet.